Sonntag, 20. Oktober 2019, 17 Uhr

Letzte Lieder

Eva Bernard und Jürgen Plich
Eva Bernard und Jürgen Plich

 

Spätwerke von

Liszt / Strauss / Beethoven
als Gast:

Eva Bernard, Sopran

 

Zum Kartenvorverkauf

 

Franz Liszt
Fünf späte Klavierstücke

Richard Strauss
Vier letzte Lieder

Ludwig van Beethoven

Sonate c-moll op. 111

 

Lauter Spätwerke - aber wie verschieden! Liszt schrieb in seinen späten Jahren nur noch skizzenhafte Stücke teils ohne Tonalität, Destillate seiner Kunst - an Picassos späte "Strichmännchen" erinnernd -, in denen wohl die ganze Kunst früherer Zeiten steckt, aber quasi in homöopathischer Verdünnung.

 

Beethoven ist ein anderer Fall. Manche wollen in seinen späten Sonaten verfallende Formen erkennen, womit sich die Romantik ankündige, andere sehen das genaue Gegenteil, nämlich eine sich gemäß eigener Gesetzmäßigkeit vollendende Form, womit die Epoche der Wiener Klassik zum abschließenden Höhepunkt gebracht wurde. "Opus 111" ist zu einem stehenden Begriff geworden - für eines der Gipfelwerke der Klaviermusik schlechthin.

 

Richard Strauss' "Vier letzte Lieder" schließlich, von der wunderbaren Eva Bernard interpretiert, markieren nicht nur den Abschluss eines Lebenswerkes oder einer Epoche, sondern sind das allerletzte Aufflackern der in den letzten Zügen liegenden tonalen Musik des Abendlandes überhaupt. Man mag kaum glauben, dass diese romantisch-wehmütige Musik erst nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben wurde! In ihr mischt sich die schwere Süße einer überreifen Frucht mit der Bitterkeit eines endgültigen Verlustes. In kaum einer Musik spüren wir deutlicher, dass unsere Welt nicht mehr die alte ist, dass Wertvolles unwiederbringlich verloren ging. Darum ist jede Aufführung dieses Zyklus so bewegend.

 

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